Ob man nun daran glaubt oder nicht: Belastbare Kennzahlen erleichtern jedenfalls zentrale Zukunftsentscheidungen Ob man nun daran glaubt oder nicht: Belastbare Kennzahlen erleichtern jedenfalls zentrale Zukunftsentscheidungen

Die Kirche wird vermessen, oder: Wo Zahlen und Glauben zusammenkommen

Über die Mengengerüste der Kirche informiert die Kirchenstatistik. Aber benötigt die Kirche auch für die Gestaltung ihrer Zukunft Kennzahlen? Jesus hat zu Petrus doch gesagt: Weide meine Schafe. Er hat nicht gesagt: Zähle meine Schafe. Auch die Wirkung der Kirche lässt sich nicht unbedingt in Zahlen messen. Aber Zahlen sind ein hilfreiches Instrument um den theologischen Auftrag und die ökonomischen Notwendigkeiten kirchlicher Arbeit zu integrieren. Die xit GmbH arbeitet derzeit an zwei Projekten um diese beiden Pole zusammenzubringen.

Im Zuge der Umstrukturierung des Bistums Berlin in Pastorale Räume wurde hier das Konzept einer Balanced Church Card (BCC) entwickelt. Diese wurde von der seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts im Management bewährten Balanced Score Card abgeleitet. Einem Führungsinstrument, das die Mission, den Auftrag, die Strategie und die Vorgehensweise einer Organisation in Ziele und messbare Kennziffern übersetzt.

Auf der Balanced Church Card werden die kirchlichen Ziele in vier Feldern mittels Kennziffern erfasst und dargestellt. Die einzelnen Ziele, nicht mehr als fünf pro Karte, werden im ersten Schritt formuliert. Dann wird überlegt, mit welcher Kennzahl sich das formulierte Ziel am einfachsten und am besten in eine messbare Größe übersetzen lässt. Jetzt kommt die interessante Entscheidung: welche Werte soll diese Kennzahl annehmen? Wie ehrgeizig oder wie defensiv soll über die Ausprägung der Kennzahl entschieden werden? Anschließend verlangt die Balanced Church Card (BCC) die Entscheidung, welche Aktionen durchgeführt werden sollen, um das beschlossenen Zielniveau zu erreichen. Wichtig ist, dass jede BCC formal für jeden Pastoralraum gleich ist, inhaltlich jedoch immer unterschiedlich ausgeprägt ist, um den Besonderheiten der unterschiedlichen Pastoralkonzepte gerecht zu werden.

In einem zweiten Projekt arbeitet die xit gemeinsam mit diversen deutschen Bistümern daran, belastbare Kennzahlen für den tatsächlichen Verwaltungsaufwand und den damit verbundenen Kosten für einzelne Kirchengemeinden zu ermitteln. Einbezogen werden dabei der Verwaltungsaufwand auf Gemeindeebene und auf zentraler Ebene, sowie die gemeindebezogenen Verwaltungskosten auf Zwischenebenen, die sich durch kirchliche Organisationsänderungen zunehmend bilden. Dabei geht es jeweils ausschließlich um die Aufwände, die direkt mit den Verwaltungsaufgaben in und für die Territorialseelsorge verbunden sind.

Ziel dieses Benchmarking Projekts ist es, den Teilnehmern belastbare Kennzahlen dazu zu liefern, wie hoch die tatsächlichen Kosten für die typische Verwaltung einer Kirchengemeinde sind. Damit soll unter den Teilnehmern ein Austausch ermöglicht werden mit dem Ziel, voneinander zu lernen und Verbesserungspotentiale zu identifizieren.

Wenn Sie nähere Informationen zu diesem Thema wünschen, wenden Sie sich gerne an Herrn Prof. Dr. Bernd Halfar.


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